Wolfenbüttel, Wuppertal, L. A.

Team (c) NB Oberhausen

Team (c) NB Oberhausen

… Marlies Askamp?

Basketball-Fans freuen sich über Dennis Schröder, der von Braunschweig in die USA wechselte und nun die NBA rockt. Als der noch im Kindergarten war, spielte schon jemand aus Deutschland erfolgreich in den USA Basketball, holte sogar den Pott – als bis heute einzige Deutsche: Marlies Askamp.

Beim MTV Wolfenbüttel machte ich den größten Sprung meiner Karriere: Von der Oberliga in die Bundesliga – bis zur Nationalmannschaft“, erinnert sich die heute 44-jährige Juristin, die mit ihrer Familie in Mettmann lebt. Basketball spielt sie noch immer. „Aus Spaß, denn die Knie machen nicht mehr so mit“, sagt die amtierende Deutsche Meisterin in der Ü35-Serie. Diesen Titel will sie im nächsten Monat in Rosenheim (13. bis 15. Juni) mit ihrem Team NB Oberhausen verteidigen. „Da treffe ich auch wieder liebe Freunde aus Wolfenbütteler Tagen“, freut sich die wohl bis heute erfolgreichste Basketballerin Deutschlands.

Nach dem Gewinn der Europameisterschaft 1996 wechselte sie in die frisch gegründete WNBA in die USA. „Als ich in Phoenix ankam, war noch nichts so richtig in Tüten. Das war schon ein Abenteuer.“ Eines mit Happy End. Die 1,96 Meter große Center-Spielerin spielte für Phoenix Mercury, Miami Sol und Los Angeles Sparks. Mehrfach stand sie im Finale der WNBA, 2002 gewann sie den Titel mit den L.A. Sparks. Gleichzeitig war sie für die Deutsche Nationalmannschaft erfolgreich, gewann die Bronze-Medaille bei der Europameisterschaft 1997, nahm an der WM 1998 teil. In 190 Spielen im Dress der Nationalmannschaft erzielte Marlies Askamp 2.320 Punkte (im Durchschnitt zwölf Punkte). 2002 trat sie dann aus der Nationalmannschaft zurück, spielte noch einmal im Ausland – im italienischen Schio – und beendete 2007 offiziell nach sechs Deutschen Meistertiteln ihre aktive Karriere. „Wir wollten auch Kinder – und da war es dann Zeit“, erinnert sich die heutige Amtsanwältin bei der Staatsanwaltschaft in Wuppertal und inzwischen zweifache Mutter.

Ob ihre sportliche Karriere ohne ihre Wolfenbütteler Zeit so verlaufen wäre? „Der damalige MTV Trainer Marcus Schlösser hatte mich beim Oberligisten Bremerhaven gesehen und überredete mich hartnäckig zum Wechsel zum damaligen Zweiligisten MTV. Und dann ging es richtig los. Ich habe in dieser Zeit die größten Schritte gemacht; erkannt, was der Sport mir bieten kann. Wolfenbüttel war damals schon eine echte Basketball-Hochburg mit unglaublichen Fans. Die beflügeln zu Höchstleistungen.“

Auch die Grundlagen für ihren heutigen Beruf legte sie in der Region in Wolfenbüttel und Hildesheim. „Bis heute verbinden mich viele Freundschaften mit Wolfenbüttel – und natürlich verfolge ich das Geschehen um den Basketball in der Stadt. Toll, was da wieder geschaffen wurde.“ Marlies Askamp ist sich sicher: „Guter Basketball und die Nachwuchsförderung sind für Wolfenbüttel auch eine wunderbare Chance, national auf sich aufmerksam zu machen.“ Und wann starten die Kinder ihre Karriere? „Die sind ja noch sehr jung – knapp sechs und acht. Frederike ist begeisterte Schwimmerin und spielt Fußball – aber Jonathan war schon mal beim Basketball-Probetraining!“ Bis zum eventuellen Durchbruch wird wohl Mami Marlies noch weitere Titel sammeln. „Zum Spaß. Wir trainieren nur ab und an mal vor Meisterschaften. In Rosenheim freue ich mich auf ein Wiedersehen mit lieben Menschen aus meiner Wolfenbütteler Zeit wie Sportmediziner Lutz Graumann und Gundula Laabs, die inzwischen Nachwuchstrainerin beim DBB ist.“ Übrigens ist es nicht die erste Titelverteidigung in der Ü35-Meisterschaft …

Text Frank Kornath | Foto NB Oberhausen

Kategorie:Historie

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