Weltfinale in Braunschweig

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Löwen-Classics-Veranstalter Axel Milkau im Interview

 

Die Löwen Classics präsentieren vom 13. bis 17. März internationalen Reitsport in Braunschweig. In diesem Jahr trägt das Turnier erstmals den offiziellen Titel der Deutschen Meisterschaften der Landesverbände, neben diesem Springwettbewerb werden auch Springprüfungen für das internationale Weltranglistenturnier ausgetragen. Ebenfalls dazugekommen ist der FEI World Cup Vaulting Final – das Weltcup-Finale im Voltigieren. Axel Milkau hat mit diesem fünftägigen Event und seinem Engagement für die Sportförderung einen Leuchtturm für den Pferdesport in der Region geschaffen.
 
inSport Herr Milkau, wann haben Sie das erste Mal in Ihrem Leben auf einem Pferd gesessen?
Milkau Mit vier Jahren – und das Pony hat mich gleich in den Straßengraben abgeworfen. Danach wollte ich nie wieder reiten. Dann hat mein Opa einer damaligen Studentin 20 DM versprochen, wenn sie mich wieder an das Reiten bringt. Mit viel Geduld und Feingefühl hat sie es dann letztendlich auch geschafft.
inSport Welche Stellung hat der Pferdesport heute in Deutschland?
Milkau Die Zahlen bringen zum Ausdruck, dass der Pferdesport inzwischen eine große wirtschaftliche Bedeutung und soziale Stellung eingenommen hat. In Deutschland gibt es über 1,7 Millionen Reiter, die in über 7.700 Vereinen und 3.900 Pferdebetrieben organisiert sind, bei einem Jahresumsatz von über fünf Milliarden Euro. 
inSport Wie sind die Löwen Classics ursprünglich entstanden?
Milkau Ich bin durch den Reitsport weltweit herumgekommen und in Braunschweig erst mit 25 Jahren wieder richtig sesshaft geworden. Zu dieser Zeit war der Reitsport in der Region völlig am Boden. Nach meiner ersten Kreisverbandssitzung habe ich im Hotel Heyer meinem jugendlichen Wahnsinn freien Lauf gelassen und lauthals verkündet: „Ich schaffe hier in Braunschweig einen neuen sportlichen Leuchtturm und stelle die Reiterei auf völlig neue Füße.“ In diesem Moment gab mir der Wirt 50 DM als Entwicklungsauftrag – das habe ich sehr ernst genommen und habe den Schein noch heute an meiner Wand als Glückssymbol hängen. Außerdem stamme ich aus einer Unternehmerfamilie und fühlte mich häufig auf das „Söhnchen“ reduziert. Deshalb wollte ich unbedingt eine eigene Sportagentur gründen, mit eigenen Ängsten, Erfahrungen und Risiken. 
inSport Woher kommen die vielen Turnierteilnehmer?
Milkau Wir haben in jedem Jahr zwischen 15 und 22 Nationen am Start. Von Südafrika über Russland bis nach Schweden – es ist nun mal ein internationales Weltranglistenturnier, wo wir allein nach Braunschweig über 900 Übernachtungen an die hiesigen Hotels vergeben.
inSport Und wie viele Besucher erwarten Sie in diesem Jahr? 
Milkau Über 30.000 Besucher und Übertragungen in über 50 Länder. Wir sind erstmalig Championatsstandort mit einem Weltfinale und daher rücken wir nun weltweit in die mediale Berichterstattung.
inSport Auf was freuen Sie sich bei den Löwen Classics besonders?
Milkau Ich freue mich sehr auf unser tägliches Frühstück im Backstage-Bereich in der LC-Küche. Bei Leberwurst, Gurke, Ei und liebevollen Gesprächen unter Freunden. Ich werde dort von unseren Küchen-Urgesteinen verwöhnt wie zu den Zeiten meiner Großmutter. Herrlich!
inSport Was wünschen Sie sich weiterhin noch für die Zukunft der Löwen Classics und für den Reitsport im Allgemeinen?
Milkau Ich wünsche mir, dass sich unsere Veranstaltung weiterhin so gut entwickelt und die Wirtschaft und die Zuschauer uns weiterhin unterstützen. Nur so sind wir in der Lage, die Sportförderung in der Region weiter voran zu treiben. Für den Reitsport wünsche ich mir, dass dieser von der Politik nicht dem Klischee der Reichen zugeordnet wird, um die drohende Pferdesteuer abzuwenden. Wenn diese Steuer kommen würde, dann könnte es das Aus für viele therapeutische Projekte und das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen bedeuten. Das Kulturgut Pferd wäre in Gefahr – und das darf einfach nicht passieren. 
inSport Was war Ihr lustigstes Erlebnis mit einem Pferd?
Milkau Wir sind als Kinder immer mit Ponys und Kutsche zur Eisdiele gefahren. Während ich Eis holte, entdeckte das Pony in der Zeit die grüne Hecke im Nachbargarten und stürzte sich augenblicklich ganz gierig darauf. Als ich dann mit dem Eis aus dem Geschäft kam, stand auf der einen Seite des Zauns das Pony und auf der anderen Seite die Kutsche mit meinen Freunden. Ein sehr lustiges Bild mit einem erzürnten Kleingärtner und vier völlig fertigen Kids.

INFO

Löwen Classics vom 13. bis 17. März 2013
Infos unter www.loewenclassics.de

 
Kathleen Kalle
Fotos Karl-Heinz Frieler
Kategorie:Reitsport

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