Sie nannten ihn »Texas«

WGE-Teixeira © privat

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… Daniel Lourenço Teixeira?

Schießen kann er – die Torjägerkanonen stapeln sich in Belo Horizonte. Eine davon ist aus Braunschweig (2002). Und obwohl auf seiner Spielerkarte unter anderem Clubs wie Nippon Denso (Japan), Nacional Funchal (Portugal) und Cruzeiro Belo Horizonte (Brasilien) stehen, sagt der 47-jährige ehemalige Spielpartner von Ronaldo „Fenomeno“: „Mit Eintracht verbinde ich Emotionen pur – mehr geht nicht!“

Auch wenn ich mir in dem Spiel eine schwere Verletzung zugezogen habe. Das Video von damals sehe ich mir immer wieder gerne an“, erzählt Daniel Teixeira über das Aufstiegsspiel 2002, als die Braunschweiger Löwen in die 2. Liga zurückkehrten.

Dabei gibt es emotionale Momente satt im aktiven Fußballerleben von „Texas“ („so nennt man mich nur in Deutschland“). Zum Beispiel 1993 der Gewinn des Copa do Brasil mit Cruzeiro Belo Horizonte. Oder der Einzug ins Pokalfinale mit Union Berlin – und in den UEFA-Pokal. „Und jetzt das Abschiedsspiel für Alex im legendären Mineirão-Stadion mit Cruzeiro. Da habe ich so viele ehemalige Weggenossen wiedergetroffen.“ Daniel Teixeira hatte das Abschiedsspiel für Alexsandro de Souza, der zuletzt für Fenerbahçe Istanbul gespielt hat, maßgeblich organisiert. Denn: Auch so etwas kann der Goalgetter – sogar amtlich. Denn als „Texas“ mit 39 Jahren seine Profi-Karriere bei den „Eisernen“ beendete, wechselte er direkt ins Sportmanagement der Köpeniker Traditionskicker. Amtlich mit Diplom als Sport- und Eventmanager. Nicht sein erstes: Daniel Teixeira studierte in seiner Heimat Außenhandel, schloss gerade noch sein Studium als Betriebswirt ab, ist lizensierter Spielerberater und absolvierte, noch in Deutschland, erfolgreich Trainerlehrgänge. „Aber ich habe mit meiner Familie gesprochen – wir waren dieses ständige Umziehen leid. Darum sind wir in unsere Heimat Belo Horizonte zurückgekehrt, aber manchmal haben wir schon Sehnsucht nach Deutschland.“

Die Familie. Das sind Ehefrau Soraia und drei Töchter. „Fußball spielt aber niemand. Es gibt eine Ballerina, eine Handballspielerin und eine Schwimmerin – was auch ganz okay ist! Hauptsache, sie machen Sport und haben ihren Spaß.“ Sport ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil im Leben von „Texas“ geblieben. Ob beim Fachsimpeln mit seinem 81-jährigen Vater oder als gefragter Referent für den brasilianischen Fußballverband. Natürlich war er auch bei der WM aktiv und wurde schon für die Olympischen Spiele 2016 als Experte verpflichtet. „Wir werden hier zehn Fußballbegegnungen haben“, freut sich der Vollblutfußballer. „Aber ich helfe auch meiner Frau in ihrer Klinik und bin auf dem Immobilienmarkt aktiv.“ Und als Spielerberater helfen natürlich die Kontakte nach Deutschland. „Ich verfolge den Weg von Union und Eintracht ganz genau. Die beiden wichtigsten Vereine, neben Belo Horizonte, in meinem Leben! Als Eintracht aufgestiegen ist, habe ich gefeiert. Schade, dass es nicht gereicht hat. War aber auch sehr schwer. Genauso wie der Wiederaufstieg. Das war knapp. Hut ab vor der Arbeit von Marc Arnold, Torsten Lieberknecht, Darius Scholtysik und meinen ehemaligen Mitspieler Alex Kunze und Jürgen Rische. Es sieht sehr harmonisch aus.“

Bis heute pflegt Daniel Freundschaften in Braunschweig. „Die Fans waren immer nett zu mir, obwohl der Druck und die Hoffnungen damals groß waren und auch die Konkurrenz im Team. Die Zeiten in Braunschweig sind unvergesslich! Ich grüße alle Fans sehr herzlich und hoffe, dass ich bald mal wieder im Stadion sein kann.“

Und welche Chancen haben seine beiden Lieblingsclubs? „Bei beiden Mannschaften gibt es viel Umbruch, aber ich bin positiv gestimmt. Wenn ich träumen darf, steigen Union und Eintracht auf – schon allein wegen der Fans gehören sie dahin!“

Text Frank Kornath
Foto Privat

Kategorie:Historie

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