Route d‘Or

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Angespielt: »FIFA Street«

Die Zuwendung zur Ernsthaftigkeit: Während die vorangegangenen „Street“-Teile versuchten, den Fußball möglichst spektakulär und betont juvenil-comicartig darzustellen, steht beim vierten Teil der Straßenkickerei ganz klar der Realismus im Vordergrund. Ein Neuanfang, der sich auch im Namen widerspiegelt, verzichtete EA doch auf die „4“ im Titel. Aber keine Sorge, wie ein zweites „FIFA 12“ spielt sich „FIFA Street“ (ab 15. März für Xbox 360 und PS 3) nicht.


Vielmehr handelt es sich bei „FIFA Street“ um die erste authentische Straßenfußball-Simulation. „Zum ersten Mal gestaltet unser „FIFA“-Entwicklerteam einen Straßenfußball-Titel mit einem in diesem Genre bisher noch nicht gekannten Realitätsgrad“, weckt Matt Bilbey, Vizepräsident und General Manager of Football bei EA SPORTS, die Vorfreude. Keine vollmundige PR-Behauptung, wurde doch erstmals die Grafik- und Gameplay-Engine (inklusive der für eine exakte Kollisionsabfrage zuständige und erstmals bei „FIFA 12“ zum Einsatz gekommene „Player Impact-Engine“) des großen „FIFA“-Bruders verwendet. Kein Fußballspiel ohne Fußball-Engine war die Prämisse. So sorgt die „Street Ball Control“ dafür, dass dem Spieler eine enorme Auswahl an Dribbling-Styles und Tricks – von offensivem Amsterdam-Style über die ballbesitzorientierte Londoner Spielweise bis hin zu lässigen Zuckerhut-Techniken – zur Verfügung steht. „‘FIFA Street’ wird nicht nur neue Fans ansprechen, die eine spaßige Fußballerfahrung suchen. Es wird auch langjährigen ‘FIFA’-Spielern gefallen, die realitätsnahen Street-Fußball mögen, dabei aber nicht auf die gewohnte ‘FIFA’-Qualität verzichten möchten“, so Bilbey weiter. Und dazu gehört auch ein, beim dritten Teil sträflich vernachlässigter, Karriere-Modus, der es einem erlaubt, sein eigenes Konterfei nachzubilden. Ein wichtiger Punkt für die Spieltiefe, da man so virtuell die Möglichkeit hat, Seite an Seite mit Stars wie Cristiano Ronaldo, Wayne Rooney oder Lionel Messi (auch original Straßenfußballer stehen zur Verfügung) gegen den Ball zu treten. Das hat im Vorgänger eindeutig gefehlt. Ein strengeres Regelwerk brauchen Straßenfußball-Fans aber nicht zu befürchten, nach wie vor präsentiert sich das Spiel arcade- und actionorientiert. Denn um die unterschiedlichen Spielmodi wie „Street-Challenges“, „Erobere die Straße“, „Turnier“ oder „World Tour“ – insgesamt gibt es doppelt so viele Modi wie beim Vorgänger – zu meistern, zählt nur eins: Kreativität. Und das rund um den Globus (Braunschweig ist leider nicht dabei, dafür aber Berlin), im 1 vs. 1, 5 vs. 5 oder auch schon mal auf einem Spielplatz (!) oder im Park. Auch die beliebte Halle, die in so vielen Fußball-Games leider keine Beachtung mehr findet, wurde integriert. Die größte und sinnvollste Neuerung stellt aber eindeutig das Social-Network-Feature „Street Network“ dar: Hierdurch wird es dem Spieler nicht nur ermöglicht, sich mit anderen Spielern zu messen, insbesondere die Möglichkeit, sich sein eigenes Team aus befreundeten Gamern zusammenzustellen, sticht hervor. Zudem können Stats und Videos von Trick-Kombinationen mit anderen Nutzern geteilt werden – ein Fest für Prahlhänse. Einziger Wermutstropfen: PC-Spieler müssen leider draußen bleiben. Vielleicht gar nicht so verkehrt, bleibt so doch mehr Zeit für reale Fußball-Tricks.

 

Nils-Andreas Andermark
Foto Electronic Arts

Kategorie:Games

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