NBA? Gar nicht so unmöglich!

BS Tueb Pluskota BS Ulm Pluskota (c) Ingo Hoffmann/PartnerDesign

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Basketball Löwen-Center Maurice Pluskota im Interview

Mit einem deutlichen und souveränen 87:66 (42:38) haben die Basketball Löwen Braunschweig ihre letzte Partie gegen Phoenix Hagen gewonnen und die Saison damit auf einem guten neunten Platz beendet. Maurice Pluskota nahm das letzte Hauptrundenspiel zum Anlass, noch einmal einen Highlight-Dunk auszupacken. Im Interview sprachen wir mit dem erfolgreichen Nachwuchs-Center über die Saison.

inSport Maurice, der Start in die Saison war schwierig für euch, auf jeden Sieg folgten zwei Niederlagen. Wie seid ihr als Team damit umgegangen?
Maurice Sicherlich wäre es schlecht gewesen, als Team den Kopf hängen zu lassen. Das wussten wir alle, dass das nicht geht – da waren wir sehr professionell, was das angeht. Wir haben also einfach weitergemacht, uns nicht runterziehen lassen und gekämpft.

inSport Dann lief es etwas besser, Anfang des Jahres hattet ihr eine Siegesserie, die erst nach fünf Spielen abbrach. Was hattet ihr verändert?
Maurice Ich denke, dass es für eine Mannschaft am Anfang der Saison immer erst sehr schwierig ist, sich zu finden. Genau das Problem hatten wir auch. Nach einiger Zeit haben wir das dann aber besser gemacht, uns gefunden und dann lief es.

inSport Zum Saisonende steht ihr jetzt auf dem neunten Platz – ist das Ergebnis versöhnlich oder gerade besonders ärgerlich, dass die Playoffs so knapp nicht erreicht wurden?
Maurice Das ist natürlich auch ärgerlich, weil wir vor Saisonbeginn den Traum hatten, die Playoffs zu erreichen. Diese dann so knapp zu verpassen und mit dem neunten Platz abzuschließen, tut schon weh. Aber unterm Strich war es doch eine sehr erfolgreiche Saison.

inSport Welches war dein aufregendstes Spiel der Saison?
Maurice Das war gegen Göttingen, da dies ein „Do or die“-Spiel Richtung Playoffs war. Ich habe große Verantwortung vom Coach bekommen und habe viel gespielt.

inSport Welches war dein enttäuschendstes Spiel der Saison?
Maurice Auch Göttingen. (lacht) Weil wir das Spiel verloren haben und dann klar war, dass wir die Playoffs nicht erreichen werden. Dementsprechend habe ich mich auch gefühlt. Ich war sehr enttäuscht, wie jeder andere im Team auch. Das war wirklich kein schöner Moment.

inSport Von außen wirkt es so, als hättet ihr eine richtig gute Atmosphäre in der Mannschaft – stimmt das?
Maurice Ja, das stimmt. Die beste Mannschaft meiner laufenden Karriere, in der ich bisher gespielt habe, sind die Basketball Löwen. Jeder meiner Mitspieler ist menschlich einfach top. Wir verstehen uns alle nicht nur auf dem Feld, sondern auch außerhalb, unternehmen auch viel zusammen. Die Chemie im Team stimmt einfach.

inSport Du gehörst noch zu den jungen Spielern im Team – gibt es in der Mannschaft einen Spieler, an dem du dich besonders orientierst?
Maurice Ich nehme mir immer ältere Spieler als Vorbilder, weil man von denen am meisten lernen kann. Bei uns im Team sind das Derrick Allen und Immanuel McElroy, weil die beiden alte Füchse sind, die schon lange im Geschäft sind und viel Erfahrung haben. Da kann man sich schon mal den einen oder anderen Trick abschauen.

inSport Du wurdest erneut für den A2-Kader nominiert. Was bedeutet das für dich?
Maurice Was das für mich bedeutet? Dass das ein anstrengender Sommer wird! (lacht) Am 30. Mai findet unser erster Lehrgang in Heidelberg statt. Danach werden wir noch ein Vorbereitungsturnier in der Schweiz spielen. Ein Länderspiel in Trier gegen Russland steht auch noch an. Später geht es dann noch zur Universale nach Korea, was, denke ich, auch ein sehr spannendes Turnier werden wird, bei dem ich mich entwickeln kann. Ich freue mich besonders auf die Herausforderung und auch auf meine alten Mitspieler. Ich habe ja schon im letzten Sommer bei der A2 mitgemacht – da kenne ich die meisten und freue mich, diese wiedersehen zu können.

inSport Das klingt so als hättest du, bevor die Vorbereitung mit den Basketball Löwen im August wieder beginnt, gar keine freie Zeit?
Maurice Nee, überhaupt keine freie Zeit. Ich werde jetzt in der nächsten Woche noch kurz zu meiner Familie nach Bremerhaven fahren, da ein bisschen Zeit mit denen verbringen und etwas abschalten. Dann geht es zurück nach Braunschweig, wo ich dann gleich weiter trainieren werde, damit ich für den ersten Lehrgang Ende Mai fit bin. Und dann geht es richtig los.

inSport Vor zwei Jahren verließ Dennis Schröder das Braunschweiger Basketball-Team – verfolgst du den NBA-Weg deines ehemaligen Team-Kollegen?
Maurice Ich verfolge Dennis‘ Spiele immer noch. Er befindet sich mit seinem Team, den Atlanta Hawks, ja gerade in den Playoffs. Dennis Schröder ist ein guter Freund von mir, da interessiere ich mich schon dafür, was er drüben in Amerika macht, wie er sich präsentiert und spielt.

inSport Was, findest du, ist deine größte Stärke?
Maurice Ich bin ein Spieler, der sehr athletisch ist, viel Energie auf das Spielfeld bringt, ein guter Rebounder und einfach ein sehr guter Team-Player ist. Ich bin ganz sicher niemand, der lediglich an seine eigenen Statistiken denkt oder großartig punkten will. Ich bin jemand, der auf die Sachen wert legt, die das Team benötigt, um gemeinsam zu gewinnen.

inSport Gibt es etwas an dir, das du als Schwäche bezeichnen würdest?
Maurice Da ich noch ein sehr junger Spieler bin, muss ich sicherlich nach wie vor an vielen Dingen arbeiten, um mich stetig zu verbessern – sei es nun bei den Rebounds, beim Finish unter dem Korb, beim Werfen oder beim Dribbeln.

inSport Was wünschst du dir für deine sportliche Zukunft?
Maurice Ich möchte auf dem bestmöglichen Niveau spielen. Ein Team in der Euroleague, wenn nicht sogar in der NBA, ist mein Ziel – das ist realistisch betrachtet gar nicht so unmöglich, aber natürlich schwierig. In Zukunft werde ich hart arbeiten und, wenn ich gesund bleibe, werde ich das alles auch schaffen.

BS Ulm Pluskota (c) Ingo Hoffmann/PartnerDesign

BS Ulm Pluskota (c) Ingo Hoffmann/PartnerDesign


Ø-Stats 2014/15

Punkte: 2.0 | Wurfquote: 57,1%  | Rebounds: 1.8 | Assist: 0.0 | Effektivität: 3.3

Text Maria Lüer | Fotos Ingo Hoffmann/PartnerDesign

Kategorie:Basketball

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