Latino-Tanz wie in der Karibik

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Tanzlehrer Hans-Joachim Ochmann erklärt Zumba, Samba, Salsa und Co.

Der Begriff Zumba geht auf ein kolumbianisches Slangwort zurück, das für ‘sich lustig machen bzw. Spaß haben‘ steht. Zumba ist ein Fitness-Konzept aus den USA, das Aerobic-Choreografien mit überwiegend lateinamerikanischen und internationalen Tanzelementen kombiniert, jedoch ohne den typisch pausenlos durchgehenden Aerobic-Beat. Getanzt wird Zumba oft synchron in kleinen oder größeren Gruppen.

Die Musik und die Tanzschritte und -Bewegungen von Zumba wurden aus verschiedenen Ländern übernommen, darunter: Salsa, Merengue, Mambo, Cumbia, Reggaeton, Quebradita (Mexiko), Calypso (Trinidad und Tobago), Reggae (Jamaika), Samba (Brasilien), Country (USA), African Beat und Hip-Hop.
Als Erfinder gilt der kolumbianische Fitnesstrainer, Tänzer und Choreograf Alberto „Beto“ Perez, der in den 1990ern auf dem Weg zu einem von ihm geleiteten Aerobic-Kurs die Musikkassetten vergaß. Stattdessen nahm er kurzerhand Kassetten mit seiner Landesmusik Salsa, Merengue, Cumbia etc. aus dem Handschuhfach seines Autos mit zum Kurs. Er improvisierte nun die originalen Tanzschritte mit den Kursteilnehmern zu den für sie ungewohnten, Rhythmen. Aus diesem Zufall wurde eine Idee geboren. Nach dem anfänglichen Erfolg in Kolumbien brachte er 1999 Zumba in die Vereinigten Staaten. 2001 ließ Alberto Perez den Markennamen Zumba registrieren und gründete mit zwei Geschäftspartnern ein Unternehmen namens „Zumba Fitness LLC“. Mittlerweile werden DVDs und Audio-CDs als auch Fitnesskurse, Videospiele und Sportbekleidung angeboten. 12 Millionen Menschen, so heißt es auf der Zumba-Homepage, nehmen weltweit in über 125 Ländern an Kursen teil, die von Fachleuten als anspruchsvolles Ganzkörpertraining eingeschätzt werden.

Wer die Tanzschritte von Salsa, Merengue, Bachata, Mambo und Reggaeton kennt, wird Zumba sehr schnell erlernen. Der umgekehrte Weg ist aber noch spannender und schwieriger, wenn man diese Originaltänze zu zweit als Paar für sich entdeckt und auf der Tanzfläche gekonnt umsetzen will. Die wichtigsten davon möchte ich im Folgenden kurz näher vorstellen.

Cumbia ist die kolumbianische Landesmusik, wird aber in ganz Lateinamerika gehört und getanzt, von Mexiko über die karibischen Inseln bis nach Chile.

Merengue steht seit den 1930er Jahren für die Landesmusik der Dominikanischen Republik. Musik und Tanz haben sehr ursprüngliche afrikanische Wurzeln.

Bachata wurde auch in der Dominikanischen Republik jahrzehntelang nur im Rotlichtmillieu gehört und getanzt. Erst ab 1990 wurden diese Musik und der Tanz durch den dominikanischen Sänger, Musiker und Komponisten Juan Luis Guerra wieder salonfähig und sogar weltweit populär gemacht (CD „Bachata Rosa“). Einer der bekanntesten Hits war auch in Deutschland „Obsesión“ von Aventura.

Salsa Dieser Oberbegriff kann viele Musikstile und die dazugehörigen Tänze enthalten, wie z. B. Bolero, Guajira, Son, Danzón, Mambo, Cha Cha Cha, Pachanga, Charanga, Guaguanco (Rumba), Boogaloo etc. aus Kuba und Kolumbien, sowie Bomba und Plena aus Puerto Rico.

Reggaeton ist eine Musikrichtung, die sich ab 1990 aufbauend auf Reggae, Dancehall, Hip-Hop, Merengue-Hip-Hop, lateinamerikanischen Musikrichtungen und elektronischer Tanzmusik in den USA und Puerto Rico entwickelt hat. Erst Anfang des 21. Jahrhunderts gelang ihr der internationale Durchbruch. Inzwischen heißt diese Musik auf Kuba „Cubaton“.

Samba bezeichnet einen brasilianischen Musik- und Tanzstil, der meistens mit dem Karneval in Rio de Janeiro in Verbindung gebracht wird. Ursprünglich wurde Samba von afrikanischen Sklaven aus dem Kongo, dem westlichen Sudan und Angola in ihre neue Heimat Brasilien eingeführt.

Info: Hans-Joachim Ochmann lebt in Weyhausen und veranstaltet seit über 20 Jahren Latino-Tanzabende und Tanzkurse überall in der Region, unter anderem im C1 Cinema. Als DJ El Loco legt er dabei auch selbst auf. Beim BTSC ist er als Tanzlehrer tätig und leitet zudem die Agentur Mundo Latino (www.mundolatino-bs.de).

Text Hans-Joachim Ochmann
Fotos privat, VDRG Dansschool, Gölin Doorneweerd, Garry Knight

Kategorie:Tanzen

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