Große Männer, kleine Renner

RC-Loewenring (c) Andreas Giesa

RC-Loewenring (c) Andreas Giesa

Elektro-RC-Cars: Prüfstein zur Deutschen Meisterschaft

Die Motoren brummen, Reifen quietschen und der Asphalt bebt. Wer diesen besonderen Adrenalinschub sucht, muss nicht erst bis zur berühmten Nordschleife fahren. Das Rennstreckenfeeling kann man auch auf dem MSC Löwenring der Polizei in Braunschweig erleben. Allerdings drehen hier keine Formel-1-Geschosse ihre Runden, sondern ferngesteuerte Rennautos, die sogenannten Elektro-RC-Cars.

Diese Autos haben fast alles, was das Herz begehrt. Man kann sie frisieren, man kann mit ihnen Rennen fahren, nur als Transportmittel taugen sie wenig. Denn sie sind klein und funkferngesteuert – die Elektro-RC-Cars. Zu einem temporeichen Einsatz kommen die Modelle im Miniatur-Format in Braunschweig am 12. und 13. Juli in der Hermann-Blenk-Straße 1 auf der Löwenring-Rennstrecke des Motorsportclubs der Polizei – eine Bewährungsprobe für die Deutsche Meisterschaft im August und gleichzeitig ein Lauf zur Norddeutschen Meisterschaft. Die Rennautos, die über die Piste sausen, gehören zu den Elektrofahrzeugen im Maßstab 1:10. Wie bei den Verbrennern kommt es auch bei ihnen auf ein gutes Setup an, denn die kleinen Flitzer sind noch ein bisschen schneller – auf der Geraden können die Glattbahnfahrzeuge von Null auf 100 km/h innerhalb von zwei Sekunden beschleunigen. „Unsere Autos sind, was die Technik angeht, mindestens so gut wie die meisten echten Rennwagen. Wenn man einmal die Leistung auf ein echtes Auto umrechnen würde, sprechen wir von bis zu 1.500 PS. Diese Geschwindigkeit auf einer so kleinen Strecke zu beherrschen, ist schon faszinierend“, erklärt Dennis Stepien, Vereinssprecher des Motorsportclubs der Polizei Braunschweig.
Die Elektrofahrzeuge werden mit einem Elektromotor über einen sechs-zelligen NC-Akku angetrieben. Analog zu den Modellen mit Verbrennungsmotor sind sie mit Differentialen in den angetriebenen Achsen ausgestattet. Grundsätzlich besitzen die Wettbewerbsmodelle zur Motorregelung einen elektronischen Fahrtenregler.
Um sich am Sonntag in den Vorläufen für das Finale zu qualifizieren, ist eine gute Vorbereitung nötig, denn die hohen Geschwindigkeiten verlangen neben fehlerfreier Fahrwerkstechnik vom Piloten höchste Konzentration und Aufmerksamkeit. „Beim Rennen geht es natürlich ums Gewinnen, aber im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten steht hier auch die Gemeinschaft und der Spaß im Vordergund. So macht ein Rennwochenende gleich doppelt Spaß“, verdeutlicht Stepien. Ferngesteuerte Autos sind eben cool – und das finden nicht nur kleine Jungs!

Text: Maria Lüer
Foto: Andreas Giesa

Kategorie:Motorsport

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