Feier-Fitness

Der Zumba-Kult erobert die Sporthallen
Join the party – feier dich fit: Mit der verlockenden Vorstellung einer hemmungslosen Tanzfitness-Party verspricht Zumba das Ende allen schweißtreibenden Trainings und sorgt derzeit überall auf der Welt für dichtgefüllte Sporthallen und ausgebuchte Kurslisten. Der neuartige Mix aus Aerobic-Basics und feurigen Lateintänzen erobert sowohl Fitnessstudios als auch Tanzschulen und Sportvereine und vertreibt müde Bauch-Beine-Po-Klassiker aus dem Programm. Bis zu 1.000 Kalorien pro Stunde soll das energiegeladene Wunder-Workout aus Kolumbien wie durch Zauberei verbrennen – „Die Hälfte kommt der Realität näher“, räumt Trainerin Svenja vom Fitnessloft Braunschweig in der Böcklerstraße 30 ein, „aber es ist tatsächlich so: Man denkt, man tut gar nichts, weil der Spaß im Vordergrund steht, leistet in Wirklichkeit aber jede Menge für seine Fitness.“ Das Geheimnis liegt in der Ganzkörperbewegung: Zu internationalen Beats und den stampfenden Rhythmen heißer Latin-Klänge gilt es, Drehungen, Sprünge und Schrittfolgen zu vollführen und dabei den Überblick über Arme, Beine, Hüften und Hintern zu behalten – das stärkt nicht nur den kompletten Körper, sondern ist auch immer wieder Anlass für Gelächter. „Die ganze Zeit über wird gestrahlt. Das ist ein ganz besonderes Feeling, was einem auch als Trainer unglaublich viel Spaß bringt“, begeistert sich auch Kursleiterin Sandra. „Wir haben hier im Fitnessloft einen ständigen Wechsel in den Choreografien. Man kann einfach super variieren und gemeinsam mit den Teilnehmern Neues kreieren.“ Und das sind keineswegs ausschließlich gestählte Tänzerinnen: „Zu uns kommen die verschiedensten Leute, Kräftige und Schlanke von 15 bis 65 Jahren – jeder kann sofort einsteigen und einfach mitwackeln“, grinst ihre Kollegin Svenja. „Als Trainer stellen wir uns da individuell ein. Man muss nicht die ganze Zeit wie ein Flummi durch die Gegend hüpfen – jeder macht so, wie er kann. Zumba Gold richtet sich sogar direkt an Ältere, außerdem gibt es Programme für Kinder, Aqua Zumba im Wasser, ein Workout mit kleinen Hanteln, den Toning Sticks – ganz neu ist Zumba mit Stühlen, was wir demnächst anbieten werden.“ Noch ist der Fitnesstrend fest in Frauenhand, einige Mutige stehen aber auch mitten im Östrogendschungel eisern ihren Mann. Bestes Beispiel ist Vorreiter und Zumba-Guru „Beto“ Perez, der die Tanzfitness Mitte der 90er Jahre überhaupt erst erfand – durch puren Zufall. Bei einem seiner Kurse vergaß er die übliche Fitnessmusik und legte stattdessen lateinamerikanische Tanzmusik ein – aus der Improvisation war Zumba geboren. Heute tanzen Stars wie Jennifer Lopez, Britney Spears und sogar die amerikanische First Lady Michelle Obama nach der Pfeife des kolumbianischen Fitnesstrainers, Größen der Musikszene wie Shakira oder Pitbull nehmen eigens für Zumba Songs auf. „Ich glaube, es ist auch die Musik, die den eigentlichen Zauber ausmacht. Es sind die Schritte, das Lateinamerikanische, aber insbesondere ist es die Musik. Zumba hat ja eine ganz eigene Musik, Songs, die komplett aufgepeppt sind“, erzählt Trainerin Svenja. Daneben wartet die Marke Zumba mit einem riesigen Merchandising-Angebot von DVDs über Sportkleidung, Taschen und Schmuck auf – der Hype scheint nicht abzubrechen. Lediglich die allererste Zumba-Stunde versetzt manchmal einen kleinen Dämpfer, weiß Sandra aus Erfahrung: „Für alle, das sage ich immer wieder: nicht verzweifeln! Am Anfang ist alles neu, die Musik, die Schritte – doch dann ist man ganz schnell rettungslos vom Zumba-Fieber infiziert.“

 

Tamy Kahlert
Fotos flickr/aidegulee

Kategorie:Tanzen

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