Eintracht-Trainerin Höhne: „Ich habe richtig Bock“

Ging schon als Spielerin immer mit großem Einsatz voran: Juliane Höhne (2011 im Dress der Wolfenbüttel Wildcats).

Ging schon als Spielerin immer mit großem Einsatz voran: Juliane Höhne (2011 im Dress der Wolfenbüttel Wildcats).

Nicht nur bei den Basketball Löwen wird zurzeit ein personeller Umbruch vollzogen. Auch bei Eintrachts Zweitliga-Basketballerinnen weht seit einer Woche ein frischer Wind. Der bisherige Headcoach Pierre Hohn wechselte zum Zweitligakonkurrenten, Nachbarn und Kooperationspartner Wolfpack Wolfenbüttel. Seine Nachfolgerin ist Juliane Höhne. Seit dem 8. August leitet die 33-Jährige die sportlichen Geschicke der Blau-Gelben. Wie ihr Trainerkollege bei den Löwen, Frank Menz, ist auch Höhne zu einem schwierigen Spagat gezwungen: Mit geringen finanziellen Mitteln und vielen jungen Kräften möglichst attraktiven und erfolgreichen Basketball spielen. InSport stellt die neue Eintracht-Trainerin vor.

Höhne sammelte in ihrer aktiven Laufbahn jede Menge Erfahrung: Neben mehreren Vereinen in Deutschland, unter anderem in Halle, Wolfenbüttel und Nördlingen, spielte sie in Belgien, Frankreich und den USA. „Diese Erfahrungen beeinflussen meinen Coaching-Stil sehr“, sagt die gebürtige Hallenserin. Den größten Vorteil sieht sie darin, „dass ich mich sehr gut in meine Spielerinnen hinein versetzen und ihnen Tipps geben kann, wie sie sich in bestimmten Situationen auf dem Court verhalten müssen, weil ich diese Situationen als Spielerin selbst erlebt habe.“ Das gelte jedoch nicht nur für einzelne Momente eines Spiels. „Ich habe in meiner Laufbahn richtig gute, erfolgreiche Zeiten erlebt, aber auch sehr enttäuschende. Ich konnte dabei beispielsweise lernen, wie man mit Niederlagenserien umgeht und wie man Ideen entwickelt, aus diesen wieder heraus zu finden“, erzählt Höhne. Ihre letzte Saison als Spielerin war indes eine sehr erfolgreiche: Als Team-Captain verhalf sie 2015 den Panthers Osnabrück zum Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Schon während ihrer Zeit als Profi arbeitete Höhne, die ihren Master in Biologie am IPFW, einem College in Fort Wayne im US-Bundesstaat Indiana machte, auf vielen ihrer Stationen zusätzlich als Trainerin. Unter anderem coachte sie in Frankreich in Angers ein Regionalliga-Team und führte es ins Pokalfinale. „Ich würde nicht sagen, dass ich fließend Französisch spreche, aber im Training ging das ganz gut. Und wenn ich mal ins Englische wechselte, tuschelten meine Spielerinnen schon: Oh Mist, sie spricht Englisch, also ist sie sauer“, erinnert sich Höhne lachend.

In Osnabrück heuerte sie gleich zweimal an: 2013 führte sie als Trainerin die U17-Mädchen zur Vizemeisterschaft in der Bundesliga (WNBL) und erwarb in dieser Zeit die Trainer-B-Lizenz. Nachdem sie ein Jahr beim Erstligisten in Nördlingen spielte, kehrte sie zu den Panthers zurück und betreute als hauptamtliche Trainerin die U15-Mädchen, das WNBL-Team, die Regionalliga-Frauen und war zudem Assistentin beim Zweitliga-Team. Die U15 wurde Dritte bei den Deutschen Meisterschaften, mit einem der jüngsten Teams der gesamten WNBL gelang Höhne der Klassenerhalt. In der abgelaufenen Saison war sie gemeinsam mit Stefan Eggers für das Osnabrücker Bundesliga-Team zuständig. Weil das nicht reichte, machte sie auch noch ihren Master-Fitnesstrainer-Schein.

Höhne als Spielerin im Dress der Wolfenbüttel Wildcats (2011).

Höhne als Spielerin im Dress der Wolfenbüttel Wildcats (2011).

Als Coach sei sie „perfektionistisch und – auch deshalb – manchmal recht emotional. Da kann es schon mal sein, dass ich auch den Spielerinnen gegenüber sehr deutlich werde“. Wichtig sei dabei, dass ihr Team merke, dass Höhne Leidenschaft und Einsatzbereitschaft vorlebt. „Im Training liegt mein Fokus auf der Defense, das kommt sicher auch daher, dass ich mich als Spielerin immer eher als Verteidigerin gesehen habe“, erklärt die 33-Jährige weiter. Unmittelbar vor ihrem Umzug nach Braunschweig bestand Höhne die anspruchsvolle A-Lizenz-Prüfung – als einzige Frau unter gerade mal elf erfolgreichen Absolventen aus ganz Deutschland.

Mit diesem Qualitätsnachweis in der Tasche freut sich Höhne nun auf ihre neue Aufgabe, obwohl sie weiß, dass der Eintracht eine schwierige Saison bevorsteht. „Die Umstellung wird für mich schon groß. In Osnabrück hatten wir acht Profis im Team, in Braunschweig habe ich nur eine US-Amerikanerin. Aber ich habe richtig Bock, mit den Mädels zu arbeiten und die jungen Spielerinnen weiter zu entwickeln“, sagt sie. Das kann Höhne auch in ihrer weiteren Rolle als Co-Trainerin des WNBL-Teams Girls Baskets Braunschweig-Wolfenbüttel, das unter seinem neuen Headcoach Pierre Hohn als Titlverteidiger in die Saison startet.

Wie genau der Eintracht-Kader letztlich aussehen wird, gibt Höhne noch nicht preis. Von Vereinsseite ist bisher lediglich die Verpflichtung von Felicia Barron (siehe Textbox links) offiziell kommuniziert worden. Alle weiteren Personalien sollen erst in den kommenden Tagen und Wochen veröffentlicht werden. Klar ist, dass die Topscorerin der zurückliegenden Saison, Dayeesha Hollins – sie verbuchte durchschnittlich 21,6 Punkte, 6 Rebounds und 2 Assists pro Partie –, nicht mehr für die Eintracht auflaufen wird. Aufgrund des Qualitätsverlustes gegenüber der vergangenen Spielzeit sei das Ziel des Vereins der Klassenerhalt, so Höhne. „Die Spielerinnen möchten vor allem Spaß haben. Wenn der sich einstellt, können auch darüber Erfolge zustandekommen“, ist die Trainerin überzeugt. Mit einigen Spielerinnen trainiere sie zurzeit schon auf freiwilliger Basis. An diesem Sonntag werde es ein erstes Kennenlerntreffen geben, berichtet Höhne. Sechs Wochen bleiben der Mannschaft dann bis zum Saisonstart, um die Spielidee ihres neuen Coaches anzunehmen und umzusetzen.
Barron ist neu bei der Eintracht

Um die Eintracht-Basketballerinnen war es lange ruhig. Sehr lange. Während die Konkurrenten einen Neuzugang nach dem nächsten präsentierten, eine Weiterverpflichtung nach der anderen vermeldeten, war der Abgang des Trainers zwischen Anfang April und Anfang August die einzige Personalbewegung, die öffentlich bekanntgegeben wurde. Die Planungen liefen im Hintergrund zwar weiter, aber erst jetzt nimmt Eintracht an Fahrt auf. Am ersten offiziellen Arbeitstag der neuen Trainerin in Braunschweig gab der Verein auch gleich die Verpflichtung der US-Amerikanerin Felicia Barron bekannt. Die 26-jährige Aufbauspielerin brilliere „durch ihren schnellen Antritt, ihren gute Wurf und die starke Verteidigung“, schrieb der Verein in seiner offiziellen Mitteilung. Damit dürfte Barron hervorragend in Höhnes Konzept passen.
Hinrundenspielplan Eintracht Braunschweig
2. Damen-Basketball-Bundesliga Nord

25. September, 17 Uhr
(H) Krofdorf Knights

2. Oktober, 16.30 Uhr
(A) Baskets Grünberg

8. Oktober, 16 Uhr
(H) Osnabrücker TB

16. Oktober, 16.30 Uhr
(A) BBZ Opladen

22. Oktober, 17 Uhr
(H) Barmer TV

30. Oktober, 16 Uhr
(A) Panthers Osnabrück

6. November, 17 Uhr
(A) BG 74 veilchen Ladies

12. November, 16 Uhr
(H) TG Neuss Tigers

19. November, 16.30 Uhr
(A) Wolfpack Wolfenbüttel

27. November, 17 Uhr
(H) Tus Lichterfelde Berlin

4. Dezember, 15.30 Uhr
(A) SG Bergische Löwen

Alle Heimspiele finden in der Sporthalle Alte Waage statt.

 

Text: Jens Semmer

Fotos: Archiv Regio-Press

Kategorie:Allgemein, Basketball
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