Der schnellste »Wolf« heißt Paul Seguin

Paul Seguin©VFL Wolfsburg

Paul Seguin©VFL Wolfsburg

… Paul Seguin?

Wie der Vater, so der Sohn: Der Sprössling des Rekordfußballers Wolfgang „Paule“ Seguin startet beim VfL Wolfsburg durch. Vater Wolfgang hält zwei nicht mehr zu überbietende Rekorde: Für den 1. FC Magdeburg (SC Aufbau) spielte er 380 Mal und hat damit die meisten Spiele in der DDR-Oberliga absolviert – 219 Mal wurde er zwischen 1971 und 1979 ohne Unterbrechung in der Oberliga eingesetzt, trug 21 Mal das Trikot der DDR-Nationalelf und holte die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen.

Wolfgang Seguin – die Fußballwelt kennt ihn nur als „Paule“. Wen wundert es da, dass der Name seines Sohnes schon früh feststand – der heißt Paul Seguin und gilt als eines der größten Talente beim VfL Wolfsburg. Jetzt hängte er sogar den Trainer des Jahres, Dieter Hecking, ab. Beim Fahrsicherheitstraining von Volkswagen in Ehra-Lessien verwies der Youngster beim Slalom den Coach auf den zweiten Platz – und war schnellster Fußballprofi der Wölfe! Dieter Hecking nahm es gelassen: „Als Trainer ist man ja viel unterwegs – und ich habe meinen Führerschein ununterbrochen seit 32 Jahren! Da ist Platz zwei schon in Ordnung.“ Ungewöhnlich, denn der Bad Nenndorfer sagt stets: „Ich will immer gewinnen!“ Bei seinem Nachwuchstalent drückt der fünffache Familienvater gern mal ein Auge zu.

Das Sicherheitstraining hatte aber einen ernsten Hintergrund: Im Januar verstarb VfL-Profi Junior Malanda bei einem tragischen Verkehrsunfall – wohl weil er als Mitfahrer nicht angeschnallt war. Am Steuer: ein Freund, ebenfalls Fußballprofi, der viel zu schnell bei schlechtem Wetter gefahren war. Der Unfall erschütterte die Sportwelt. Grund genug für Sponsor Volkswagen, ein neues Sicherheitskonzept ins Leben zu rufen. „Wir wollen ein Fahrsicherheitstraining für alle Sportler anbieten“, sagt Volkswagens Leiter der Sportkommunikation Christian Heubner. „Wir haben auf dem Testgelände ideale Möglichkeiten und erfahrene Trainer der VW-Experience.“ Und: „Die Spieler sind ja für viele Vorbilder – so erhoffen wir uns auch einen positiven Effekt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.“ Zum Training gehören dann auch Bremsmanöver, Ausweichübungen und eben der Slalom. Und Paul Seguin ließ alle hinter sich.

Paul Seguin©Frank Kornath

Paul Seguin©Frank Kornath

In der Karriere steht er kurz vor dem Durchbruch – der 20-Jährige trainiert mit den Profis, hatte schon einzelne Einsätze beim Pokalsieger. Und er ist ein echtes Eigengewächs, spielt schon seit der D-Jugend beim VfL. Im vergangen Jahr warf ihn eine Stirnhöhlenfraktur zurück, die er sich im Spiel mit der U23 gegen Havelse zuzog. Einsätze mit der U20-Nationalmannschaft wurden auf Eis gelegt – auch der schon sichere Start in der 1. Mannschaft. Der Profi-Vertrag ist unterschrieben – sein Startelf-Debüt feierte Seguin im März beim DFB-Achtelfinale gegen RB-Leipzig (2:0). Paul Seguin wechselt, wie so viele Nachwuchstalente, zwischen der U23 und der 1. Mannschaft. Das Team von Valérien Ismaël will schließlich aufsteigen – verpasste vergangene Saison den Regionalliga-Abschied nur knapp. Aber natürlich hofft der Mittelfeldspieler auf einen Stammplatz im Team von Dieter Hecking. Immer an seiner Seite: sein Vater, der ihn unterstützt und der für den Youngster auch Vorbild ist. Klappt der große Wurf, könnte ein bekannter Film ja mal neu gedreht werden: „Die Legende von Paul und Paula“ – als „Die Geschichte von Paul und Paule“ vielleicht …

Übrigens: Weltstar Kevin de Bruyne zeigte beim Fahrsicherheitstraining unerwartete Schwächen: Der Belgier bekam den Sonderpreis für die meisten „abgeräumten Hütchen“.

Text Frank Kornath
Fotos VfL Wolfsburg, Frank Kornath

Kategorie:Historie

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