Der Neue neben Milkau

Hans Dieter Dreher (c) Karl Heinz Frieler

Hans Dieter Dreher (c) Karl Heinz Frieler

Franke Sloothaak – Sportdirektor der Löwen Classics

In wenigen Tagen richten sich die Blicke vieler Reitsportfans wieder nach Braunschweig. Das internationale Reitturnier Löwen Classics findet vom 19. bis 22. März in seiner 14. Auflage statt. Neben neuen Programmbestandteilen wird eines anders sein – auf dem Platz des Sportdirektors Hans Günter Winkler wird ein anderer Platz nehmen …

Ich kenne Axel Milkau seit vielen Jahren sehr gut und habe von Anfang an mit großer Freude beobachtet, was in Braunschweig Phantastisches entstanden und gewachsen ist“, sagt der Niederländer Franke Sloothaak, der seit 1979 deutscher Staatsbürger ist und für Deutschland viele Medaillen und Titel geholt hat. Auch bei den Löwen Classics war er schon oft – und erfolgreich. Nun bringt er sein Know-how an der Seite von Turnierchef Axel Milkau ein.

Einfach in die Fußstapfen von Reitsportlegende Hans Günter Winkler treten, will er aber nicht. „Es ist schon toll, was er für die Löwen Classics und die Region geleistet hat – und das zuletzt mit 88 Jahren“, so Sloothaak. „Natürlich werde ich auch meine Ideen einbringen und schauen, ob und wo wir noch was verbessern können. Aber in erster Linie werde ich mich natürlich um die Reiterinnen und Reiter kümmern.“

Dabei ist der neue Sportdirektor der Löwen Classics schon länger mit von der Partie, als viele Fans ahnen. Als Axel Milkau 1990 die Idee der Löwen Classics vorstellte, holte er sich einen Promi des internationalen Springsports dazu, der aus berufenem Munde Konzeption, Möglichkeiten und Standortfaktoren beurteilen kann. „Das war Franke Sloothaak, der uns über die Wichtigkeit eines sportlichen Leuchtturms in der Stadt aufgeklärt hat und den Gästen einen analogen und infrastrukturellen Sportentwicklungsplan aufgezeigt hat,“ erinnert sich FN-Vizepräsident Milkau mit Vergnügen.

Seitdem ist viel passiert – und die Löwen Classics gehören längst zu den festen Terminen im nationalen und internationalen Reitsportkalender. Und nicht nur das: „Das Turnier ist so aufgestellt, dass das Vergnügen für die Zuschauer im Vordergrund steht. Und man hat das Gefühl, man ist in Braunschweig in einer großen Familie“, schwärmt der dreifache Weltmeister und mehrfache Olympiasieger. „Auch nach den Prüfungen und Wettbewerben geht niemand in sein Hotel, wie bei anderen Turnieren – alle wollen dabei sein, reden, staunen und auch feiern!“ Ein positives Fieber, das den Ausnahmereiter schon lange erfasst hat. „Ich bin auf dem Land aufgewachsen und habe schon als Kind diese Harmonie zwischen Pferd und Mensch gesehen. Das hat mich so gepackt, dass ich wusste: Ich will Teil dieser Welt sein. Das vielschichtige Programm der Löwen Classics hat durchaus das Potential, dieses Gefühl auch an die Besucher zu übertragen, die in diesem Jahr zum ersten Mal dabei sind.“ Dazu gehört die außergewöhnliche Breite der Löwen Classics in der Volkswagen-Halle. Wettbewerbe von den Bezirksverbänden über das Championat der Landesverbände bis zu den schweren CSI-4-Sterne-Springen für die internationale Reitsportelite stehen ebenso auf dem Programm wie Musik, Show, Entertainment zwischen den Wettbewerben – zu den Höhepunkten gehört eine Art „tierisches Musical“, die „Brauschweiger Nacht“. „Axel Milkau versteht es einfach, die ganze Region mitzunehmen“, zeigt sich der neue Sportdirektor begeistert. „Wir werden das Turnier mit einem musikalischen Gang durch die Stadt einläuten.“

Sloothaak (c) Karl Heinz Frieler

Sloothaak (c) Karl Heinz Frieler

Klar, Franke Sloothaak hilft auch mit, internationale Stars nach Braunschweig zu holen, die sicherlich das Salz in der Suppe sind. „Man muss schon zuhören, was die Reiter einerseits und das Publikum andererseits gern haben. Dann fühlen sich alle wohl“, weiß der 57-Jährige aus eigener Erfahrung. In diesem Jahr wird das Feld wohl so hoch besetzt sein, wie nie zuvor. Denn der Termin liegt geradezu ideal für die Weltelite; man konkurriert nur mit einem Turnier in den USA.

Springreiter aus rund 15 Nationen werden erwartet. Die Volkswagen Halle wird erneut der „Catwalk“ für die besten Reiterinnen und Reiter der Welt – Seite an Seite mit Deutschlands Next Generation im Springsattel. „Die Welt dreht sich ja weiter und wir müssen uns auch um den Nachwuchs kümmern. Im Bereich Training, Ausbildung und Förderung ist noch viel Luft nach oben“, mahnt Sloothaak und ist auch damit im besten Einvernehmen mit Axel Milkau. Dessen Nachwuchskonzept bringt Züchter mit Reitsporttalenten zusammen. „Manches tolle Pferd wird nicht ausgebildet, weil dem Züchter Zeit oder Geld für eine Ausbildung fehlen und andererseits kommen Reittalente oft aus finanziellen Gründen nicht zu guten Pferden. Das war bei mir ähnlich – meine Eltern hatten auch nicht so viel Geld“, erinnert sich Sloothaak. „Und genau dafür sind die Löwen Classics eine gute Plattform, die sich im Leistungszentrum in Lehndorf dann auch das ganze Jahr fortschreiben lässt.“ Und „HGW“? „Der ist bestimmt auch wieder dabei … als begeisterter Zuschauer!“

Text Frank Kornath | Fotos Karl-Heinz Frieler

Kategorie:Reitsport

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