Das Wassergefühl

Auf dem Weg zum Ironman Teil 7

Die erste und grobe Trainingsplanung ist erledigt, Sie wissen nun, wie das Training zu steuern ist und was Sie für eine Ausstattung benötigen. Jetzt wollen wir loslegen und die Disziplinen im Einzelnen betrachten. Dazu werde ich ab dieser Ausgabe kleine Tipps und Details verraten, aber natürlich auch die Basics erläutern, die das Leben eines Triathleten um einiges erleichtern können.
 
Die erste Disziplin ist das Schwimmen. Das Schwimmen ist primär technikbetont und deswegen auch nicht gerade die Lieblingsdisziplin der meisten Sportler. Insbesondere bei den „Noch-Nicht-Triathleten“ hört man oft Sätze wie: „Wenn nur das Schwimmen nicht wäre!“
Dabei ist das Schwimmen genauso wie das Laufen und Radfahren erlernbar.
Christian ist dabei das beste Beispiel. Das Schwimmen war genau der Grund, warum er auf professionelle Hilfe zurückgriff und sich von der „ebenso gerade über Wasser haltenden bleiernen Ente“, wie er sich selbst bezeichnete, zu einem ausgezeichneten Schwimmer entwickelte. Das Schwimmen gehört nun mal dazu und da muss jeder durch. 
Zur Auswahl stehen bei den meisten Veranstaltungen der Brust- und der Kraul-Stil. Es wäre für das einmalige Finishen des Ironman nicht unbedingt notwendig, den Kraul-Stil zu erlernen. Man kann bei vielen Veranstaltungen beobachten, dass die langsamen Kraul-Schwimmer sich mit den schnellen Brust-Schwimmern in einem Feld befinden. Für den Finisher geht es ja einfach nur darum, die 3,8 km irgendwie über Wasser zu bleiben und anzukommen. Es ist allerdings unbestritten, dass es mit dem Kraul-Stil einfacher, eleganter, kraftsparender geht und dabei auch die Beinmuskulatur weniger beansprucht wird. Dies ist ein großer Vorteil für die beiden im Anschluss zu bestreitenden Disziplinen.

Ich setze auf Technik! Und das musste auch Christian über sich ergehen lassen. Die Ausdauer und das Herz-Kreislauf-System können beim Laufen und Radfahren trainiert werden. Ist zu wenig Luft vorhanden oder tritt die Ermüdung zu schnell ein, so ist der Schwimmstil unökonomisch und es muss an der Technik gearbeitet werden. Nicht jedoch an der Kraft im Fitnessstudio! Zuerst geht es darum, sich mit dem Wasser anzufreunden. Der erste Schritt ist es zu lernen, im Wasser zu liegen: auf dem Rücken, auf dem Bauch und auf der Seite. Man kann nicht untergehen, also braucht man auch beim Schwimmen keine hastigen Bewegungen ausführen. Alle Bewegungen sollten immer kontrolliert, kraftsparend und langsam sein.

Das Wichtigste ist jedoch, das richtige Wassergefühl an den Innenflächen der Hände zu erlangen. Die Handflächen müssen frei von Cremes und Fett sein. Insbesondere vor Techniktrainingseinheiten sollten die Hände, bevor es ins Wasser geht, mit einer Handwaschpaste gereinigt werden, um ein optimales 
Wassergefühl zu erlangen. 
 
Hierfür eine kleine Übung:
Schwimmen mit Tennisbällen … Der Blick war schon nicht ohne, als ich Christian zwei Tennisbälle in die Hand gab und ihm sagte, er solle damit zwei Bahnen schwimmen. Hierzu sollten nach dem Einschwimmen 200 Meter mit Tennisbällen und 200 ohne Tennisbälle geschwommen werden. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, saubere Bewegungen zu machen und die Wasserlage stabil zu halten.
 
In der nächsten Ausgabe werde ich dann auf die Atmung, Konzentration, Technik und das Training im Detail eingehen. 

Christian Feuersenger
22 Jahre alt, wohnhaft im Landkreis Wolfenbüttel, gelernter Einzelhandelskaufmann, seit September vergangenen Jahres: Studium zum staatlich geprüften Betriebswirt. Christian spielt leidenschaftlich Fußball und widmet sich nun ganz dem Laufen. Sein großes Ziel: Spätestens 2014 zum Ironman antreten – und finishen.

Sein Coach
Frank Hellwig, 35 Jahre alt, Group Fitness und Personal Trainer. Des Weiteren Lehrer für Ernährung und Inhaber der Firma Fitness & Food-Elements (Internetadresse: www.fitness-and-food-elements.de) sowie Premium Partner für Squeezy Sports Nutrition, Mitglied im Netzwerk Gesundheitsinitiativen für Deutschland e.V. als Beratungszentrum für die Region Braunschweig. 
 

Was ist der Ironman?
Der Ironman ist die längste ausgetragene Langstrecken-Distanz im Triathlon auf kommerzieller Basis. Der erste Wettbewerb über die Langdistanz im Triathlon fand im Jahr 1978 auf Hawaii statt. Der Gewinner durfte sich „Ironman“ nennen. „Ironman“ ist heute ein eingetragenes Warenzeichen der World Triathlon Corporation (WTC). Seit dem Jahr 2006 ist der Triathlon auf Hawaii offiziell als Weltmeisterschaft ausgeschrieben und vom Weltverband International Triathlon Union akzeptiert. Ein Ironman über die Langstrecke besteht aus einer Schwimmdistanz von 3,86 km (2,4 Meilen), einer Radfahretappe von 180,2 km (112 Meilen) und einem Marathonlauf von 42,195 km (26,2 Meilen), die direkt hintereinander ausgetragen werden.

 
Text Frank Hellwig
Fotos Frank Hellwig
Kategorie:Fitness

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