Das Prinzip Persönlichkeitsentwicklung

GBR-Sommercamp-2013 (c) Girls Baskets Regio 38 e. V.

GBR-Sommercamp-2013 (c) Girls Baskets Regio 38 e. V.

Förderverein unterstützt weiblichen B-Ball-Nachwuchs

Bereits 1896 wurde Basketball in Deutschland von dem Braunschweiger Turninspektor August Hermann eingeführt. Schon damals verwendete er offene Körbe. Aber die Geschichte dieses Sports ist in der Region eine wahre Achterbahnfahrt.

Braunschweig hat ein Basketball-Problem: Insolvenzen, wechselnde Sponsoren, Querelen – zuletzt zog sich New Yorker als Investor bei den Phantoms zurück (siehe Interview auf Seite 6). Und in Wolfenbüttel mussten sich die Wildcats in der Damen-Bundesliga zurückziehen – ausgerechnet nach dem Gewinn der Meisterschaft. Jüngst wurde die Basketballgemeinschaft zwischen dem USC und der Eintracht aufgelöst. Eintracht startet nun allein in das Abenteuer 2. Damen-Basketball-Bundesliga.

Und trotz der stürmischen Geschichte wollen engagierte Basketball-Fans die Region zum Basketball-Eldorado machen – für Mädchen. Dafür wurde der Girls Baskets Regio 38 e.V. gegründet. „Ich spiele seit 30 Jahren Basketball, meine Töchter haben die Liebe zum Sport wohl geerbt – und immer wieder habe ich bei den Spielen von Eltern gehört, wo es hapert. Da haben wir dann gemeinsam Nägel mit Köpfen gemacht“, erklärt Gabi Rosemeyer, Vorstandsmitglied des Fördervereins. „Wir sind kein Sportverein, sondern haben uns der Förderung des Mädchenbasketballs in der gesamten Region 38 verschrieben, unabhängig in welchem Verein die Mädchen spielen.

“ Erstaunlich schnell fanden sich Mitstreiter aus allen Bereichen. Sportler, Eltern, Trainer, Fans und auch Sponsoren, die eines eint: die Liebe zum Basketball. Die Ziele des Vereins gehen über den Sport weit hinaus. „Neben dem Sport sehen wir auch die Persönlichkeitsentwicklung von Mädchen und weiblichen Jugendlichen als ein wichtiges Element, um die Unternehmens-Projekte wie Frauen in Führungspositionen zu unterstützen.

” Von den Aktivitäten des Fördervereins sollen, unabhängig von Wohnort und Verein, alle jungen Basketball-Talente profitieren. Denn manches Talent wohnt vielleicht auch in Helmstedt oder im Landkreis Gifhorn und nicht in Braunschweig und Wolfenbüttel. So profitieren junge Mädchen beispielweise aus Königslutter ebenso wie die Mädchen aus den Hochburgen, erklärt Frank Wolters, der die Pressearbeit übernommen hat.

„Wir wollen das Potential in der Region 38 fördern. Aber wir werden auch von einzelnen Vereinen gefragt, ob wir nicht talentierte Spielerinnen in höher spielenden Mannschaften unterbringen könnten. Durch die Kontakte ist das schon möglich, bis in die 2. Liga.“ Direkt beteiligt ist Girls Baskets Regio 38 bei der Kooperation für die WNBL, die Nachwuchs-Basketball-Bundesliga für Frauen, zusammen mit dem MTV Wolfenbüttel und dem USC Braunschweig. Da auch große Vereine oft nicht genug Spielerinnen für die Liga haben, sind Kooperationen bundesweit normal. Die WNBL ist die höchste deutsche Liga für Spielerinnen unter 17 Jahren. Die Liga ist in der Saison 2009/2010 als ein Gemeinschaftsprojekt der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) und des Deutschen Basketball Bundes (DBB) in die erste Saison gegangen.

Das Konzept setzt direkt in den Vereinen an. „Wir wollen Mädchen für den Basketball erst einmal begeistern. Dafür machen wir Schulaktionen. Für den September haben sich 400 Mädchen von zehn Braunschweiger Schulen angemeldet“, verrät Gabi Rosemeyer. „Danach bietet der USC mit uns einen Schnuppertag an.

“ Wie in vielen anderen Sportarten müssen sich auch die Basketballfans mit der Konkurrenz auseinandersetzen. Dazu kommt das Gerücht, dass eine gute Basketballspielerin mindestens zwei Meter groß sein muss. „Im Teamsport sind auch wendige, schnelle Mädchen gefragt, die müssen nicht so groß sein.

“ Vereine werden auch durch eine gezielte Trainer-Ausbildung unterstützt. Nach den Sommerferien beginnt die nächste Coach-Klinik in Wolfenbüttel. Zu den Referenten gehören erfahrene Trainer wie U18-Trainer Stefan Mienack. Neu ist das Projekt Trainer-Academy. „Dank einer Stiftung können wir drei Trainer dabei ein Jahr lang unterstützen“, freut sich Gabi Rosemeyer. „Sie bekommen eine Ausbildung, können bei erfahrenen Trainern hospitieren, werden beim Bundestrainer zu Gast sein. Nach einem Jahr stehen dann Prüfungen für die C- bzw. B-Lizenz an.

“ Aber auch der Förderverein kann nicht alle Probleme bewältigen. Immer noch hapert es an Hallenkapazitäten. Darüber klagen seit Jahren die Profis, und dem Nachwuchs geht es nicht besser. Aktuell kann sich der Förderverein aber über eine besondere Unterstützung freuen: U18-Nationalspielerin Maj vom Hofe macht dort ein Freiwilliges Soziales Jahr. Eine große Hilfe für den Förderverein – und die Mädchen selbst.

Mehr Infos gibt es im Internet unter www.girls-baskets-regio38.de und auf facebook.

Text Frank Kornath
Foto Girls Baskets Regio 38 e. V.

Kategorie:Basketball

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