Auf Rekordjagd

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Die Löwen Classics 2012 in der Volkswagen Halle

Man nannte ihn Pferd“ – das ist zwar eigentlich der Titel eines Westerns, aber man könnte ihn auch Axel Milkau verleihen. Und wenn am 15. März wieder die Lichter zu einem der größten Hallen-Reitturniere Europas angehen, wird er wieder voll in seinem Element sein. Denn: Nicht nur die Dressur und das Springreiten sind auf den Löwen Classics 2012 vertreten, erstmals werden die Top-Athleten auch atemberaubende Figuren vorturnen – bei der Masterclass der Voltigierer.


Der Vorverkauf für das Turnier schlägt bisher alle Erwartungen. Schon Anfang Februar lag man acht Prozent über dem Vorjahres-Vorverkauf. Und das, obwohl das TV in diesem Jahr umfangreicher denn je über das Turnier berichten wird – zwei Mal 90 Minuten. Aber: Wann sonst kann man den bekanntesten Reitern mit ihren traumhaft schönen Pferden so nah sein? Neben den nervenzerreißenden Springprüfungen und ästhetischen Dressur-Wettbewerben sowie den atemberaubenden Artistik-Vorführungen der Voltigierer können sich die ca. 32.000 Besucher an einem vielfältigen Rahmenprogramm erfreuen. Kunst und Kultur treffen auf Pferdesport – ein Konzept, mit dem die Löwen-Classics zum eigenen Markenzeichen wurden. Nach dutzenden lebensgroßen bunten Pferden, die im Vorjahr Braunschweig überall sichtbar bevölkerten, arbeiten in zahlreichen Schulen Kinder an Steckenpferden. Damit sollen sie nach einem Umzug durch Braunschweig in die VW-Halle einreiten und so das Turnier eröffnen. Künstler werden die Steckenpferde zu einer Inszenierung verwenden, die zum Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde führen soll. Auch „Löwen-Classics-Botschafter“ Dirk Klapproth will für einen neuen Rekord sorgen. Nach dem Motto „Braunschweig gegen den Rest der Welt“ tritt er in einem Mächtigkeitsspringen gegen Reiter aus drei Nationen an. Ein Leckerbissen der „Braunschweig Nacht“ kommt zudem aus Celle: Die legendäre Quadrille, der Welthit des Celler Landgestüts, wird zu bewundern sein.
Damit alles wie am Schnürchen läuft, muss Axel Milkau ein Team aus 800 Menschen koordinieren. Neben den vielen Rahmenelementen aus Shows, Livemusik, Kunst und Jazz-Frühschoppen erfordern die Wettbewerbe viel Einsatz. Auch bietet Braunschweig das einzige Vier-Sterne-CSI am dritten März-Wochenende und ist mit 213.232 Euro allein in den neun hochklassigsten internationalen Springen verlockend gut dotiert. Dazu kommt das HGW-Bundesnachwuchschampionat der jungen Elite des Springsports. Hans Günter Winkler ist der Erfinder und Vordenker dieser renommierten Prüfung für Junioren, die über eine Nominierung aufgrund gezeigter Leistungen in den bundesweit ausgetragenen Qualifikationsprüfungen und Lehrgängen in Warendorf am Deutschen Olympiade Komitee für Reiterei die Einladung zum Championat erhalten. Insgesamt 25 Jungtalente aus dem gesamten Bundesgebiet sind dafür 2012 benannt worden. Aus diesem Kreis rekrutieren sich die vier besten für das Finale, das ähnlich dem Weltmeisterschaftsmodus, dem Pferdewechsel, ausgetragen wird
Viel Zeit zum Luftholen bleibt Pferdenarr Axel Milkau nicht. Nach vier Tagen Spitzenreitsport will er sich schon den nächsten Aufgaben stellen. Am 20. März finden die Wahlen zum Präsidenten des Pferdesportverbandes Hannover statt – für viele Insider ist der Name des neuen Mannes an der Spitze schon klar: Pferd – pardon – Axel Milkau, natürlich. Der kann nur eines nicht: kleine Brötchen backen …

 

Frank Kornath
Foto Karl-Heinz Frieler

Kategorie:Reitsport

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