Alle Spiele werden eng sein

Grizzly Adams auf einem guten Weg

Es war ein Auf und Ab in dieser Saison: Die Grizzly Adams kämpfen und kämpfen weiterhin um an ihren Vorjahreserfolg anzuknüpfen. Mittlerweile befindet sich der EHC Wolfsburg auf dem fünften Tabellenplatz. Einem Platz, der für die Playoffs berechtigt. Bis dahin war es jedoch ein steiniger Weg.

 

Nach dem Vizemeistertitel in der Vorsaison starteten die Grizzly Adams im September nach einem zähen Spiel  mit einem 2:0 Sieg gegen die Straubing Tigers in die Saison. Dann sah es jedoch zunächst sehr durchwachsen für die Wolfsburger aus: Auf eine 4:2 Niederlage gegen den ERC Ingolstadt folgte ein 3:0 Sieg gegen die Kölner Haie, dann wiederum eine Niederlage gegen die Augsburger Panther, der ein furioser 7:0 Sieg gegen die Iserlohn Roosters folgte. Die Siegesserie setzte sich gegen die Thomas Sabo Ice Tigers und den ERC Ingolstadt fort, der dieses mal mit einem 2:1 bezwungen werden konnte, endete dann jedoch als die Grizzlys nach einem Spiel gegen die Krefeld Pinguine mit einer 4:0 Niederlage vom Eis gehen mussten. Auch in den nachfolgenden Spielen gegen die Hamburg Freezers, die DEG Metro Stars und den EHC München sahen die Grizzly Adams kein Licht, gewannen dafür dann jedoch die folgenden drei Spiele. Das ständige Auf und Ab zwischen Siegen und Niederlagen zog sich auch durch die weitere Saison, was wohl auch nicht zuletzt an den zahlreichen Abgängen und Neuzugängen im Kader lag: So verließen unter anderem Torschützenkönig Jason Ulmer, der insgesamt ganze 188 Scorerpunkte erzielte, sowie Jeff Hoggan, Andreas Morczinietz und David Sulkovsky, die geschlossen nach Hannover wechselten, die Grizzlys. Neu begrüßen konnte der EHC stolze elf Spieler wie beispielsweise den zweimaligen Silbermedaillengewinner der U-20-Mannschaften, Nathan Paetsch, Ex-Halbfinalgegner Benedikt Schoppe aus Krefeld, Lukas Lang, der von den Adlern Mannheim nach Wolfsburg wechselte, Colin Beardsmore, der auf Erfahrungen aus über 600 DEL-Spielen zurückblicken kann oder Ex-Scorpion Matt „Diesel“ Dzieduszycki. Somit lag es am Trainer den bunt gemischten Haufen aus jungen Talenten und alten Hasen zu einer spiel- und siegfähigen Masse verschmelzen zu lassen. Die Integration der neuen Spieler in die Mannschaft ist für Trainer Pavel Gross immer noch ein großer Punkt in der aktuellen Saison, so sagte er auf Nachfrage: „Die Spieler zu integrieren ist nach wie vor unser Ziel. Es gibt einige, bei denen es gut klappt. Andere brauchen noch Zeit. Aber wir sind auf einem guten Weg.Wir müssen als Team arbeiten und spielen. Nur so können wir gewinnen.“ In den nächsten Spielen erwartet der Trainer ein „konstanteres Spiel“ in dem „3×20 Minuten das gleiche Eishockey“ gespielt wird. Man darf gespannt sein, ob dem EHC Wolfsburg in der restlichen Saison noch einmal ein Coup wie beim Match gegen Krefeld gelingt: Im letzten November fegten die Grizzly Adams die Pinguine mit einem spektakulären10:2 vom Eis  und errungen so, trotz der wegen Verletzungen fehlenden Spieler Benedikt Schopper und André Huebscher, den höchsten Sieg in der Historie des DEL. „Den bestmöglichen Platz zu erreichen – das ist es, was zählt. Wir haben eine junge Mannschaft und wollen die Playoffs erreichen“, zeigte sich Pavel Gross vor Beginn der Saison bescheiden, mittlerweile scheint die Playoff-Qualifikation kein Problem mehr zu sein. Gross weiß aber auch: „In der Liga geht es eng zu – nach oben und nach unten. Der Punkteunterschied ist nicht groß. An einem Wochenende kann sich in der Tabelle viel verändern. Daher müssen wir in jedem Spiel hart arbeiten und Punkte holen.“

 

 Wussten Sie schon, dass …

… Eishockey zwischen den 1840er und 1870er-Jahren in Kanada entstand, als englische Soldaten das schottische Shinty (ein Vorläufer des Hockeyspiels) erstmals auf Eis spielten?
… die nordamerikanische National Hockey League (NHL) als weltweit beste Eishockeyliga gilt?
… es im Eishockey keine Eigentore gibt? Der Treffer ins Tor der eigenen Mannschaft wird dem Gegner zugerechnet, der den Puck zuletzt berührt hat.
… das erste Eishockeyspiel in einer Halle mit festen Regeln am 3. März 1875 in Montreal zwischen Studenten und Dozenten der McGill University stattfand?
… der Begriff „Hockey“ aus dem Französischen kommt und übersetzt etwa „krummer Stock“ heißt?
… der als im Spiel brutal geltende kanadische Eishockeyspieler Dave „The Hammer“ Schultz im Verlauf  der Saison 1974/75 insgesamt 472 Strafminuten kassierte und damit bis heute den NHL-Rekord hält?
… Wayne „The Great One“ Gretzky als bester Eishockeyspieler aller Zeiten gilt? Nach ihm wurde der Bereich hinter dem Tor benannt (Gretzkys Office), er erzielte als einziger Spieler in der Geschichte der NHL über 200 Scorerpunkte in einer Saison – und das ganze viermal. Außerdem wird Gretzkys Rückennummer 99 in der NHL nicht mehr vergeben.
… 2010 sogar eine saudi-arabische Eishockeynationalmannschaft gegründet wurde?
… im Fraueneishockey Body-Checks und das Drücken gegen die Bande seit 1990 aufgrund von schweren Verletzungen verboten sind?
… die Fans in Nordamerika bei einem Hattrick (drei Tore durch einen Spieler während eines Spiels) ihre Mützen auf die Eisfläche werfen?
… in der DDR-Eishockeyliga von 1970 bis zur Wende lediglich zwei Mannschaften spielten? Der SG
Dynamo Weißwasser und der SC Dynamo Berlin.

 

 

Hannes Graubohm
Fotos Joachim Thies

Kategorie:Hockey

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