A-Team in Action

Tanzen (c) Michael Steffan

Tanzen (c) Michael Steffan

Die Tanz-Weltmeisterschaft der Formationen Standard in BS

Was das Synchronschwimmen der Wassersportarten ist, das sind die Formationen beim Tanzen: Teamsport, Präzisionsleistung – und oft unterschätzt. Wer das nicht glaubt, sollte sich im November die Formationen-Standard-WM in der VW Halle ansehen.

Nachdem der Braunschweiger Tanz-Sport-Club e.V. im letzten Jahr bereits die Deutsche Meisterschaft der Formationen Standard und Latein ausgerichtet hat, folgt nun die Weltmeisterschaft der Formationen Standard, die am 1. November in der Volkswagen Halle stattfindet. Die besten Formationen der Welt im Bereich Standard treten gegeneinander an, um ihren Meister zu küren – das heißt, ihre Meister, denn Formationstanz ist immer eine Teamleistung. Jede Mannschaft besteht aus acht Paaren. Ihre Aufgabe ist es, in einer Choreografie von sechs Minuten eine möglichst abwechslungsreiche Abfolge von Bildern zu zeigen. Getanzte Geometrie – denn Bilder entstehen etwa aus Linien, Kreisen, Blöcken, Diagonalen oder Rauten. Eine Spitzenmannschaft wechselt mehr als 30 Mal die Bilder während des Wertungsteils, der sogar noch etwas kürzer ist, da Ein- und Ausmarsch nicht gewertet werden. Natürlich soll das Ganze am Ende möglichst korrekt, symmetrisch und harmonisch sein und zur Musik passen.

In diesem Jahr gehen neben Nationen wie Russland, Tschechien, Ungarn, den Niederlanden, Weißrussland und der Slowakei auch zwei deutsche Teams an den Start: die Formation des 1. TC Ludwigsburg und das A-Team des Braunschweiger TSC unter Cheftrainer Rüdiger Knaack. Dieser würde seine Erfolgssträhne gerne noch etwas extensivieren, nachdem seine Mannschaft in der letzten Saison Platz eins in der Bundesliga, Gold bei der Deutschen Meisterschaft und Silber bei der Weltmeisterschaft im taiwanesischen Kaohsiung holte. Zu solchen Ergebnissen beigetragen hatte sicherlich auch die Choreografie „Immortality“, die das Team seit 2011 vorstellte. Nun wartet aber ein neues Konzept mit neuer Musik und neuen Kleidern auf seine Premiere. „Die neue Choreografie erfordert hochkarätige tänzerische Qualität, wobei das paarweise Tanzen dieses Mal wieder im Vordergrund steht“, erklärt Knaack und fügt hinzu: „Wie gewohnt ist die Musik etwas zum Hinhören und Genießen.“ Bereits seit Monaten trainiert die Formation auch über die regulären Trainingszeiten hinaus im eigenen Tanzsportzentrum das neue Thema. Ergänzend stehen „etliche Übungseinheiten im Bereich Fitness und Ausdauer“ auf dem Plan, so der BTSC. Auch das Richterteam des Welttanzsportverbands WDSF wird mit einem Novum aufwarten: dem neuen Wertungssystem 2.1, das erstmalig bei einer Weltmeisterschaft für Formationen angewendet wird. Statt wie bisher nur sieben, werden nun zwölf Wertungsrichter für die Benotung zuständig sein. Sie werden dazu per Auslosung in vier Gruppen eingeteilt, wobei jede Gruppe für nur ein vorgegebenes Wertungskriterium zuständig ist. Das soll für gerechtere und objektivere Bewertungen sorgen.

Bereits ab 14 Uhr wird mit der Vorrunde begonnen. Wer hier weiterkommt, muss sich in der Abendveranstaltung durch das Halbfinale ins Finale tanzen. Falls der BTSC das gewinnen sollte, würden Erfolgstrainer Knaack und Co-Trainer Marko Beens den Weltmeistertitel zum zehnten Mal in die Löwenstadt holen. Das Sahnehäubchen an der Sache: Mit einem Sieg würde der Braunschweiger TSC auch zum erfolgreichsten Tanzsportverein der Welt aufsteigen und so den Dauerkonkurrenten 1. TC Ludwigsburg in dieser Rangliste ablösen …

Tanzen (c) Michael Steffan

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Text Leonie Steger
Foto Michael Steffan

Kategorie:Tanzen

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